Waldbereinigung

Waldflurbereinigung in Altbessingen

Informationsveranstaltung am 10. Februar in Altbessingen

Im vollbesetzten Sportheim begrüßten die Forstoberräte Christoph Kirchner und Bernd Günzelmann sowie Anton Lotter als 1. Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Arnstein alle interessierten Waldbesitzer(Innen).

Anhand der Grafiken ist deutlich zu erkennen, dass die Masse des Altbessinger Waldes in Kleinstgrundstücke aufgeteilt ist. 47 % der Eigentümer besitzen Grundstücke mit weniger als 0,3 ha. Teilweise haben solche Grundstücke ein Breite von nur 3 mtr., eine Länge von 300 mtr. Eine sinnvolle Bewirtschaftung ist nahezu unmöglich bzw. setzt voraus, dass das Nachbargrundstück mit berührt wird.

 

 

Herr Günzelmann stellte detailliert den Fahrplan dieser Bereinigung vor. Die wesentlichen Kernelemente sind:

  • Anschluss jedes Waldgrundstückes an einen befahrbaren Weg
  • Größere Grundstücke durch Zusammenlegung und dadurch bessere Bewirtschaftung
  • Genaue Kenntnis des eigenen Grundstückes
  • Erheblich bessere, weil einfachere Bewirtschaftung der wenigen aber größeren Grundstücke
  • Weniger Nachbarschaftskonflikte
  • Einfachere Eigentumsstruktur vereinfacht nachfolgenden Generationen das Wissen um das eigenen Grundstück
  • Niedrige Kosten, da erhebliche staatliche Unterstützung

 

Eigentumsverhältnisse:

Weniger als 0,3 ha: 69 Eigentümer (47%) mit 12 ha Flächenanteil (14%),
0,3 bis 0,8 ha: 59 Eigentümer (37%) mit 34 ha Flächenanteil (40%),
mehr als 0,8 ha: 25 Eigentümer (16%) mit 39 ha Flächenanteil (46%),

insgesamt also 153 Eigentümer (100%) mit 85 ha Gesamtfläche (100%).

Waldzustand:

Überwiegend vorratsreicher, stabiler Mischwald aus Kiefer und Laubholz, von recht ordent­licher Qualität. Daneben auch Eiche, teils mit Fichte unterpflanzt. Z. T. jüngeres Nadelholz. Eine intensivere Waldpflege ist wünschenswert und für die Eigentümer lukrativ.

Grundstückszuschnitt, Wege:

Parzellen vereinzelt ausreichend breit und nicht allzu lang, weit überwiegend aber nur wenige Meter breit und bis zu 450 m lang, meist ohne Anschluss an das öffentliche Wegenetz („gefangene Grundstücke“). Eine sinnvolle Waldnutzung ist oft unmöglich!

Abhilfe: Das Flurbereinigungsverfahren

geregelt im Flurbereinigungsgesetz, geleitet durch das Amt für Ländliche Entwicklung, – „Vorstand der Teilnehmergemeinschaft“ entscheidet, ist frei gewählt v. d. Eigentümern, – Ziele sind die bestmögliche Zusammenlegung und ein ausreichendes Wegenetz, – wertgleiche Abfindung in Einzelfällen auch gegen den Willen des Eigentümers, aber:

Rechtsweg offen, d. h. Widerspruch und Klage möglich!

Eigentümeranteil an den Kosten:

–   Zur Zeit (2011) etwa ein Drittel der Sachkosten (v. a. Wegebau und Abmarkung), – 3 bis 4 Prozent Flächenabzug für Wege und „öffentliche Anlagen“ (z. B. Tümpel),

–   Staat trägt Kosten für sein Personal alleine,

–   Eigentümeranteil bei ähnlichen, laufenden Verfahren 6 – 12 Cent/qm, das sind: 600 bis 1200 /ha.

Fahrplan:

Jetzt: informieren, Fragen der Eigentümer klären,

Sommer 2011: Fragebogenaktion bei den Waldeigentümern,

wenn Wald – Neuordnung mehrheitlich gewünscht:

Antrag durch Waldeigentümer / Stadt Arnstein auf ein Wald-Flurbereinigungsverfahren, Herbst/Winter 2011/12: Gründung eines Arbeitskreises (Aufgaben siehe Rückseite), 2013/14: Aufklärungsversammlung, danach formelle Anordnung des Verfahrens.

 

Arbeitskreis Wald-Flurbereinigung bilden:

Wozu? (Ziele)

Meinungsbildung (Transmissionsriemen zwischen Eigentümern und ALE),

– Besonderheiten des Waldes und Eigenheiten der Forstwirtschaft verstehen lernen, – Stärken und Schwächen des örtlichen Waldbesitzes erkennen,

– Interessen der Waldbesitzer herausarbeiten,

– Zukunftsvorstellungen entwickeln (z. B. Wegekonzept).

Wer? (Teilnehmer)

– ortsansässige Waldeigentümer mit Förster,

– Vertreter der Stadt Arnstein,

– Verbandsvertreter (BBV, Jagdgenossenschaft, Feldgeschworene…

– ALE,

– Ideale Größenordnung: 5 bis 10 Teilnehmer.

Wie? (Methoden)

– Besprechungen im Saal (Vorträge, Diskussion),

–  lAla!dbegärige mit Interessierten. (am besten samstags), z. B. für „Fahrspurenkarte“,

– Info – Fahrt in bereinigtes Gebiet, Meinungsaustausch mit Waldeigentümern dort, – Protokollführer bestimmen, Ergebnisse stichwortartig festhalten (Wer schreibt, der bleibt…).

Wie lange? (Zeitbedarf)

Die Meinungsbildung braucht oft mehr Zeit, als man denkt. Man sollte für die Tätigkeit des Arbeitskreises ein gutes Jahr veranschlagen. Wichtig ist es, „am Ball zu bleiben“, das heißt, man sollte sich längstens alle acht Wochen treffen (i. d. R. abends).

Da bei Arbeitsbesprechungen nach etwa zweieinhalb Stunden der Schwung erlahmt, sollte man einen klaren Arbeitsplan haben. Aber: Störungen haben Vorrang! Soll heißen: Der Lern-/Wissensbedarf des Einzelnen steht im Vordergrund!

Der Arbeitskreis tagt öffentlich, die Termine werden bekannt gemacht. Sonst entsteht

bei manchem vielleicht der Eindruck: „Die hecken da aus, wie sie uns übers Ohr hauen und sich bereichern können!“

Viel Erfolg wünschen: Christoph Kirchner,

Forstoberrat, AELF Karlstadt,

Bereich Forsten 2 in Lohr am Main, 09352/5080927,

christoph.kirchner@aelf-ka.bayern.de

und

Bernd Günzelmann,

Forstoberrat, AELF Kitzingen,

z. Zt. Projektgruppe „Einfache Waldverfahren“, ALE Unterfranken, 0931/4101304 bernd.guenzelmann@ale-ufr.bayern.de

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