Chronik – FFW

Anlässlich der Feier zum 125jährigen Bestehen im Jahr 2000 der freiwilligen Feuerwehr Altbessingen ist folgende Chronik entstanden:

Die Gründung am 17.12.1874 war die Konsequenz aus einem Großfeuer 10 Jahre vorher, am 10.08.1864. Damals wurde durch einen Blitzschlag ein Großbrand ausgelöst, dem sämtliche Anwesen der Hirtengasse zum Opfer fielen. Erzählungen nach soll der Brand so gewütet haben, dass der damalige Pfarrer mit dem Allerheiligsten zum Brandplatz eilte und den Herrgott um Hilfe anflehte. Durch einen einsetzenden wolkenbruchartigen Regen kam der Brand dann zum Stillstand. Noch heute gedenkt die Gemeinde jenes ereignisreichen Tages und lässt am 10. August ein Amt zu Ehren des heiligen Laurentius halten.
Fehlende Löscheinrichtungen und keine ausgebildeten Feuerwehrleute waren die Lehre aus dieser Katastrophe und Anlass für den Aufbau der Feuerwehr.
Bei Gründung der Wehr wurde zunächst mit einer einfachen Saug- und Druckspritze begonnen. Im Jahre 1890 kam dann eine modernere, fahrbare Saug- und Druckspritze zum Einsatz. Diese tat 68 Jahre lang ihren Dienst, bis endlich im Jahre 1958 durch den damaligen Bürgermeister Rösser eine Motorspritze TS – 8/8 beschafft werden konnte.
Diese Spritze war in einem Schlepper-Anhänger untergebracht.
1985 wurde die in Eigenleistung aus- und umgebaute ehemalige Schulscheune als neues Feuerwehrhaus eingeweiht. Im gleichen Jahr erhielt Altbessingen ein eigenes Feuerwehrauto – ein LF 16, welches in dem neuen Feuerwehrhaus gleich seinen Standort hatte. Dieses Auto wurde 1988 ausgemustert und durch ein gebrauchtes LF 8 ersetzt, welches die Feuerwehrkameraden in Eigenleistung in einen hervorragenden, einsatzfähigen Zustand gebracht haben.

Seit 1989 verfügt die Feuerwehr über 4 Atemschutzgeräte und hat dafür laufend 12 – 16 Atemschutzgeräteträger qualifiziert.

Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr waren bzw. sind:
von 1874 bis 1. 1. 1904           Kaufmann Nikolaus Schwab,
vom 1. 1. 1904 bis 1. 1. 1919  Landwirt Georg Schmitt,
vom 1. 1. 1919 bis 1948          Landwirt Ludwig Schwab,
von 1948 bis 1960                   Landwirt und Schmiedemeister Eugen Reuter
von 1960 bis 1986                   Landwirt August Kaiser
und seitdem                             Udo Pfeuffer
Sechs Kommandanten in 125 Jahren sprechen für Kontinuität in der Führung und sind ein Beweis für das Vertrauen der Feuerwehrleute in ihre Führung.
Sicher brannte es seit Gründung der Freiwilligen Feuerwehr im Dezember 1874 des öfteren, meist waren es einzelne Scheunen. Bis zum unglückseligen 30. März 1968, als bei einem Großbrand vier landwirtschaftliche Anwesen bis auf die Wohnhäuser vernichtet wurden. Auch danach waren laufend Einsätze zu verzeichnen. Die Aufgabe der Altbessinger Wehr liegt neben dem Brandschutz im Bereich der schnellen Ersten Hilfe, weswegen auch zum Atemschutzlehrgang noch eine Erste-Hilfe-Ausbildung hinzugenommen wurde.
Der Strukturwandel hat es mit sich gebracht, dass die sehr gut ausgebildeten Löschgruppen bei einem Einsatz während des Tages nicht immer sofort zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund werden in der näheren Umgebung arbeitende Altbessinger Feuerwehrkameraden mit dem Melder der Arnsteiner Stützpunktwehr ausgestattet, um im Ernstfall sofort erreichbar zu sein.

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